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Amazon FBA Gebühren 2026: Alle Kosten mit Beispielrechnung
Thomas
Thomas
CTO & Co-Founder
Allgemein
October 22, 2026 •6 min

Amazon FBA Gebühren 2026: Alle Kosten mit Beispielrechnung

Welche FBA-Gebühren Amazon 2026 berechnet, wie du ein Produkt durchrechnest und wo du nach dem Verkauf siehst, welche Gebühren wirklich angefallen sind.

Wer mit Versand durch Amazon (FBA) verkauft, zahlt mehrere Gebühren: Verkaufsgebühr, FBA-Versandgebühr, Lagergebühren und je nach Situation Zuschläge. Dieser Artikel zeigt, welche Amazon FBA Gebühren 2026 auf amazon.de anfallen, rechnet ein Produkt durch und zeigt, wo du nach dem Verkauf siehst, was Amazon tatsächlich abgerechnet hat.

Gebührenstand: Amazons „Tarifübersicht – Gebühren für Europa“, gültig ab 1. Juli 2026, einschließlich der Gebühren für die Weihnachtssaison vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027, und Amazons Seite zur Preisgestaltung (Stand: Oktober 2026). Alle Beträge gelten für amazon.de. Amazon passt die Gebühren regelmäßig an; prüfe vor jeder Kalkulation die aktuelle Tarifübersicht.

Welche FBA-Gebühren berechnet Amazon?

Verkaufstarif: 39 € zzgl. USt pro Monat im professionellen Verkaufstarif, 0,99 € zzgl. USt pro verkauftem Artikel im Tarif für Einzelanbieter.

Verkaufsgebühr: ein Prozentsatz vom Gesamtverkaufspreis inklusive Versand und Geschenkverpackung, meist zwischen 8 % und 15 %, in den meisten Kategorien mindestens 0,30 € pro Artikel. Die Verkaufsgebühr fällt auch bei Eigenversand an.

FBA-Versandgebühr: ein fester Betrag pro verkaufter Einheit, abhängig von Größenkategorie, Gewicht und Amazon-Store.

Lagergebühr: monatlich nach dem durchschnittlichen täglichen Volumen deines Bestands, gemessen in Kubikmetern.

Zuschläge und optionale Leistungen: etwa Lagernutzungszuschlag, Zuschlag für veralteten Lagerbestand, 0,10 € pro Einheit für Produkte mit Lithiumbatterien und für Gefahrgut, Rücksendung oder Entsorgung von Beständen und eine Bearbeitungsgebühr für Rücksendungen bei hoher Retourenquote.

Warenkosten, Werbekosten und Retouren stehen nicht in Amazons Tarifübersicht, gehören aber in jede Kalkulation. Wie du Werbekosten bewertest, erklärt unser Artikel zum Amazon ACoS.

FBA-Versandgebühr: Größe und Gewicht entscheiden

Amazon ordnet jede versandfertig verpackte Einheit einer Größenkategorie zu. Innerhalb der Größenkategorie bestimmt das Gewicht die Gebührenstufe. Beispiele für amazon.de außerhalb der Weihnachtssaison, Bestand nur in Deutschland:

  • Standardumschlag bis 33 × 23 × 2,5 cm und 460 g: 2,68 €

  • Kleines Paket bis 35 × 25 × 12 cm und 400 g: 3,39 €

  • Standardpaket bis 45 × 34 × 26 cm und 900 g: 3,44 €

  • Standardpaket bis 45 × 34 × 26 cm und 2,9 kg: 4,55 €

Seit dem 17. April 2026 kommt ein Treibstoff- und Logistikaufschlag von 1,5 % dazu. Im Zentraleuropa-Programm, bei dem Amazon deinen deutschen Bestand auch in Polen und Tschechien lagert, sinkt die Versandgebühr um 0,26 € pro Einheit.

Bei Paketen zählt in den meisten Kategorien der höhere Wert aus Stückgewicht und Volumengewicht (Länge × Breite × Höhe in Zentimetern geteilt durch 5.000), bei Umschlägen nur das Stückgewicht. Genau an dieser Grenze liegt oft der größte Hebel: Passt ein 350 g schweres Produkt flach verpackt in einen Standardumschlag bis 2,5 cm Höhe, kostet der Versand laut Tarif 2,68 € statt 3,39 € als kleines Paket. In der Weihnachtssaison wächst der Abstand auf 0,92 € pro Einheit.

Lagergebühren: von Oktober bis Dezember deutlich teurer

Amazon berechnet Lagergebühren monatlich pro Kubikmeter. Für nicht gefährliche Güter gelten diese Sätze:

  • Standardgröße, die meisten Kategorien: 27,54 € von Januar bis September, 52,20 € von Oktober bis Dezember

  • Standardgröße in Kleidung und Accessoires, Brillen, Schuhe, Rucksäcke und Handtaschen: 19,99 € bzw. 29,23 €

  • Übergröße: 21,78 € bzw. 34,49 €

Reicht dein Bestand gemessen am Versand der letzten 13 Wochen für mehr als 22 Wochen, kommt der Lagernutzungszuschlag dazu, in Deutschland für Standardgröße 14,85 € bis 76,87 € pro m³ und Monat. Ausgenommen sind neue Verkäufer in den ersten 52 Wochen, Einzelanbieter, Verkäufer mit sehr kleinem Lagervolumen sowie Kleidung, Brillen, Schuhe und Taschen. Ab 241 Tagen Lagerdauer folgt in den meisten Kategorien der Zuschlag für veralteten Lagerbestand. Lagere neue Produkte deshalb zuerst in kleinen Mengen ein und baue langsame Artikel rechtzeitig ab.

Weihnachtssaison: höhere Versandgebühren für Pakete

Vom 15. Oktober 2026 bis 14. Januar 2027 kosten die meisten Pakete in Deutschland mehr: ein kleines Paket bis 400 g 3,60 € statt 3,39 €, ein Standardpaket bis 900 g 3,66 € statt 3,44 €. Umschläge und Übergrößen bleiben unverändert. Zusammen mit den höheren Lagergebühren ist das Weihnachtsgeschäft die teuerste Zeit für FBA.

Niedrigpreisversand: kleiner Vorteil bei der Versandgebühr

Für kleine, leichte Produkte bis 20 € inkl. USt berechnet Amazon niedrigere Versandgebühren. In einigen Kategorien wie Schönheit, Bücher oder Küche liegt die Preisgrenze niedriger. Berechtigte Produkte erhalten den Niedrigpreistarif automatisch; maßgeblich ist nur das Stückgewicht. Ein kleines Paket bis 400 g kostet dann 3,25 € statt 3,39 €. Ob sich der Niedrigpreistarif lohnt, zeigt die Beispielrechnung.

Beispielrechnung: Was von 24,99 € übrig bleibt

Ein Springseil aus der Kategorie Sport und Outdoor kostet auf amazon.de 24,99 € inkl. 19 % USt. Der versandfertige Karton misst 25 × 15 × 5 cm und wiegt 350 g. Mit 375 g Volumengewicht ist das Springseil ein kleines Paket bis 400 g. Der Bestand lagert nur in Deutschland, im Schnitt zwei Monate, außerhalb der Weihnachtssaison. Warenkosten und Werbekosten sind Annahmen, alle Kosten sind netto angesetzt.

Pro Einheit

Betrag

Verkaufspreis inkl. USt

24,99 €

− Umsatzsteuer (19 %)

−3,99 €

Netto-Umsatz

21,00 €

− Verkaufsgebühr (15 % von 24,99 €)

−3,75 €

− FBA-Versandgebühr (3,39 € plus 1,5 % Aufschlag)

−3,44 €

− Lagergebühr (0,0019 m³ × 27,54 € × 2 Monate)

−0,10 €

− Warenkosten inkl. Fracht und Zoll (Annahme)

−6,00 €

− Werbekosten pro Einheit (Annahme)

−3,00 €

Marge pro Einheit (22 % vom Netto-Umsatz)

4,71 €

Die drei Amazon-Gebühren betragen zusammen 7,29 €, rund ein Drittel des Netto-Umsatzes. Verkaufstarif, Retouren und Rabatte sind darin noch nicht enthalten.

Im Weihnachtsgeschäft steigt die FBA-Versandgebühr auf 3,65 € (3,60 € plus Aufschlag) und die Lagergebühr auf 0,20 € (52,20 € pro m³ und Monat). Die Marge sinkt auf 4,40 € (21 %).

Für 19,99 € im Niedrigpreistarif bleiben außerhalb der Weihnachtssaison nur 1,40 € (8 %): 16,80 € Netto-Umsatz minus 3,00 € Verkaufsgebühr, 3,30 € Versandgebühr und 9,10 € für Lager, Warenkosten und Werbung. Der Niedrigpreistarif spart 0,14 € Versandgebühr, der niedrigere Preis kostet aber 4,20 € Netto-Umsatz. Für denselben Gewinn müsstest du mehr als dreimal so viele Springseile verkaufen.

Amazons Einnahmenrechner: gut für die Prognose

Amazons Einnahmenrechner, oft als FBA-Gebührenrechner gesucht, schätzt Gebühren und Kosten für ein Produkt und vergleicht FBA mit dem Eigenversand. Deine tatsächlichen Werbekosten, Retouren und die Lagerdauer kennt der Einnahmenrechner nicht. Rechne deshalb neben dem realistischen auch ein vorsichtiges Szenario mit niedrigerem Preis, längerer Lagerdauer, mehr Retouren und den Gebühren der Weihnachtssaison. Bleibt im vorsichtigen Szenario keine Marge, ist das Produkt noch nicht kalkulationsreif.

Nach dem Verkauf: Welche FBA-Gebühren wirklich angefallen sind

Was Amazon tatsächlich berechnet, steht erst in der Abrechnung. Die Abrechnung weicht von der Kalkulation ab, wenn Amazon ein Produkt anders einstuft, Ware länger lagert oder ein Zuschlag dazukommt.

sellerfox zeigt dir die FBA-Gebühren, die Amazon meldet: bis zur Abrechnung Amazons Gebührenschätzung, danach die endgültigen Gebühren. Umsatz, Amazon-Gebühren, Werbekosten und Erstattungen lädt sellerfox von Amazon. Deine Warenkosten (COGS) trägst du je SKU und Marktplatz ein.

Ausschnitt der Wasserfall-Tabelle im Profit Tracking: die Amazon-Gebühren, aufgeschlüsselt nach Verkaufsgebühr, FBA-Gebühren und weiteren Gebühren wie Lagerkosten.

In der Wasserfall-Tabelle des Profit Trackings klappst du die Amazon-Gebühren auf:

  • „Amazon Referral Fee“ ist die Verkaufsgebühr.

  • „FBA Fee“ enthält die FBA-Gebühren der Bestellungen, vor allem die Versandgebühr, nach Gebührenart. Geschätzte Beträge stehen in der Zeile „FBA Fee (geschätzt)“.

  • „Weitere Amazon-Gebühren“ enthält unter anderem die Lagergebühren („Storage Billing Fee“), die Langzeitlagerung („Long Term Storage Fee“) und Erstattungen für verlorene oder beschädigte Ware.

Ein Klick auf eine Unterkategorie wie „Storage Billing Fee“ zeigt die einzelnen Buchungen, hier die Lagergebühren je Marktplatz.

Typische Kalkulationsfehler bei FBA-Kosten

  • Mit dem Listenpreis rechnen und Rabatte oder Coupons vergessen

  • Werbekosten und Retouren zu niedrig ansetzen

  • Die höheren Gebühren von Oktober bis Januar übersehen

  • Das nackte Produkt statt der versandfertigen Einheit messen

  • Mit alten Gebühren rechnen: Amazon hat die Tarifübersicht 2026 bereits im Februar, April und Juli neu herausgegeben

Fazit: FBA-Gebühren sind planbar, wenn die Rechnung vollständig ist

Amazon FBA Gebühren bestehen aus Verkaufsgebühr, Versandgebühr, Lagergebühren und Zuschlägen. Jede Position hängt an anderen Stellschrauben: Kategorie, Verpackung, Lagerdauer und Saison. Rechne vor dem Start mit Amazons aktueller Tarifübersicht und einem vorsichtigen Szenario. Prüfe danach, welche Gebühren tatsächlich angefallen sind, und passe Verpackung, Bestand und Preis an.

Quellen: Amazon: Preisgestaltung für Verkäufer · Amazon: Tarifübersicht – Gebühren für Europa, gültig ab 1. Juli 2026 (PDF)

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