Amazon Brand Registry: Voraussetzungen, Anmeldung und Vorteile
Die Amazon Brand Registry ist Amazons kostenloses Programm für Markeninhaber. Dieser Ratgeber erklärt, welche Marke du brauchst und wie die Anmeldung Schritt für Schritt abläuft. Außerdem lernst du die Rollen und die Schutz- und Verkaufsvorteile der Brand Registry kennen.
Die Amazon Brand Registry heißt auf Amazons deutscher Seite „Amazon Markenregistrierung“. Laut Amazon ist die Brand Registry ein kostenloses Programm, mit dem du dein geistiges Eigentum schützt, deine Angebote verwaltest und deinen Umsatz steigerst, unabhängig davon, ob du im Amazon Store verkaufst. Die Brand Registry gibt Markeninhabern Werkzeuge gegen Fälschungen und Missbrauch von Listings und schaltet Verkaufsvorteile wie A+ Content, Brand Stores, Sponsored Brands, Amazon Vine und Brand Analytics frei.
Dieser Ratgeber erklärt, welche Marke du brauchst und wie die Anmeldung Schritt für Schritt abläuft. Außerdem lernst du die Rollen und die Vorteile der Brand Registry kennen.
Stand: Amazons Seiten und Leitfäden zur Brand Registry für Deutschland und die USA (geprüft im Oktober 2026).
Was ist die Amazon Brand Registry?
Die Amazon Brand Registry verknüpft eine eingetragene Marke mit einer Marke auf Amazon. Das Programm umfasst zwei Bereiche:
Markenschutz: Werkzeuge, um Verstöße zu melden und Fälschungen zu entfernen, etwa „Einen Verstoß melden“ und Project Zero.
Markenaufbau: Verkaufsvorteile für Listings, Werbung und Daten, etwa A+ Content, Brand Stores, Sponsored Brands, Amazon Vine und Brand Analytics.
Die Brand Registry ist kostenlos. Du meldest dich unter brandregistry.amazon.de an. Hast du ein Konto in Seller Central oder Vendor Central, legst du das Brand-Registry-Konto mit demselben Benutzernamen und Passwort an. Du kannst dich auch ohne Verkaufskonto anmelden. Laut Amazon stehen dir dann Werkzeuge wie „Einen Verstoß melden“ zur Verfügung, aber keine Vorteile wie A+ Content, Brand Stores oder Brand Analytics. Du legst ein einziges Brand-Registry-Konto an, das weltweit gilt. Amazon empfiehlt, für jeden länderspezifischen Amazon Store, in dem du verkaufen willst, eine Marke einzureichen.
Voraussetzungen für die Amazon Brand Registry
Laut Amazon brauchst du:
Inhaberschaft an der Marke: Der Inhaber der Marke muss die Anmeldung einreichen. Bist du bevollmächtigter Vertreter, registriert der Inhaber die Marke und fügt dich danach als Benutzer hinzu.
Eine Marke: eine angemeldete oder eingetragene Marke für deinen Markennamen oder dein Logo beim Markenamt eines Landes mit Amazon Store. Die Marke muss eine textbasierte Marke (Wortmarke) oder eine bildbasierte Marke mit Worten, Buchstaben oder Ziffern (Wort-Bildmarke) sein.
Markenname am Produkt: Dein Markenname oder ein Logo mit deinem Markennamen muss dauerhaft auf deinen Produkten oder Verpackungen angebracht sein. Laut Amazons US-Quellen gelten Aufkleber, Etiketten, Stempel und Anhänger nicht als dauerhaft, und Stockfotos, digital bearbeitete Bilder oder computergenerierte Entwürfe werden nicht als Nachweis akzeptiert.
Laut Amazon muss der Markenname im Antrag exakt mit dem Markeneintrag übereinstimmen, nur die Groß- und Kleinschreibung darf abweichen. Bei einer Wort-Bildmarke lädst du das Bild der Marke hoch, das genau dem Markeneintrag entsprechen sollte.
Marke in Deutschland anmelden (DPMA)
Laut Amazons deutscher Seite meldest du eine Marke in Deutschland beim Deutschen Patent- und Markenamt (DPMA) an. Der Schutz gilt 10 Jahre. Für bis zu drei Klassen kostet die elektronische Anmeldung 290 €, die Anmeldung in Papierform 300 €. Für jede weitere Klasse kommen 100 € hinzu.
Angemeldete Marken: Laut Amazon kannst du dich „in einigen Fällen“ auch mit einer noch nicht eingetragenen Marke anmelden. Welche Anforderungen in welchem Land gelten, siehst du erst nach dem Login in der Brand Registry. Meldest du die Marke über Amazon IP Accelerator an, kannst du dich registrieren, sobald der Antrag eingereicht ist.
So meldest du dich bei der Amazon Brand Registry an
Amazon beschreibt die Anmeldung in fünf Schritten:
Brand-Registry-Konto anlegen: mit deinem Login für Seller Central oder Vendor Central oder als neues Konto.
Markeninformationen angeben: Markenname, Markenamt und Eintragungs- oder Anmeldenummer sowie die Produktkategorien, in denen deine Marke gelistet werden soll.
Produktfotos hochladen: ein Bild deines Logos und Bilder, die den Markennamen auf Produkt oder Verpackung zeigen.
Identität bestätigen.
Antrag einreichen.
Nach dem Einreichen wendet sich Amazon an die Kontaktperson aus deinem Markeneintrag, etwa an deinen Anwalt oder den Inhaber des Unternehmens. Laut Amazons deutschem Leitfaden (Stand Mai 2025) erhält die öffentliche Kontaktperson einen Verifizierungscode, den du innerhalb von 10 Tagen übermitteln musst, sonst schließt Amazon den Fall. Amazons aktuelle US-Quellen beschreiben stattdessen eine E-Mail mit Bestätigungslink und einer Frist von 7 Tagen. Laut Amazons US-Leitfaden verfällt ein Antragsentwurf außerdem, wenn du den Entwurf nicht innerhalb von 3 Tagen einreichst. Manche Anträge durchlaufen eine erweiterte Verifizierung mit zusätzlichen Unterlagen. Den Status verfolgst du auf der Seite „Markenanträge“. Eine Gesamtdauer für die Prüfung veröffentlicht Amazon nicht.
Nach der Anmeldung registrierst du weitere Marken auf der Startseite der Brand Registry über „Neue Marke registrieren“.
Amazon Brand Registry ohne Marke: IP Accelerator
Amazon IP Accelerator bringt Marken mit einem Netzwerk vertrauenswürdiger Kanzleien für geistiges Eigentum zusammen. Amazon berechnet für die Vermittlung keine Gebühr. Die Kanzlei bezahlst du direkt. Die Preise der Kanzleien sind gedeckelt und gelten jeweils für eine Marke in einer Klasse von Waren oder Dienstleistungen. Laut Amazons deutscher Seite verlangt eine Kanzlei für die Einreichung eines Markenantrags beim deutschen Markenamt höchstens 360 €, beim EUIPO 540 € und bei beiden Ämtern 840 €. Amtsgebühren wie die DPMA-Gebühr nennt Amazons Seite dabei nicht. Laut Amazon sollen die Anbieter innerhalb von zwei Werktagen antworten. Sobald der Antrag eingereicht ist, kannst du dich bei der Brand Registry registrieren.
Rollen in der Brand Registry
Die Brand Registry unterscheidet zwischen Schutzrollen und Verkaufsrollen:
Schutzrollen: Rechteinhaber, Administrator und registrierter Vertreter (Registered Agent). Meldest du eine Marke an, bekommst du automatisch die Rollen Rechteinhaber und Administrator. Nur Administratoren verwalten die Rollen einer Marke. Amazon empfiehlt mindestens zwei Administratoren. Rechteinhaber und registrierte Vertreter melden Verstöße.
Verkaufsrollen: Markenvertreter und Wiederverkäufer. Die Rolle Markenvertreter ist für Verkäufer gedacht, die direkt bei der Marke angestellt sind. Nutzt der Inhaber der Marke dasselbe Login für Seller Central, wird die Rolle Markenvertreter automatisch zugewiesen. Die Rolle Wiederverkäufer ist für externe Verkäufer gedacht und schaltet Verkaufsvorteile nur eingeschränkt frei.
Jedes Verkaufskonto hat genau eine Verkaufsrolle. Schutzrollen schalten keine Verkaufsvorteile wie A+ Content frei, Verkaufsrollen keine Schutzwerkzeuge wie „Einen Verstoß melden“. Die Rolle entscheidet, welche Werkzeuge du nutzen kannst. Für Brand Analytics und „Ihre Experimente verwalten“ brauchst du die Rolle Markenvertreter. Mit der Rolle Markenvertreter oder Wiederverkäufer nutzt du A+ Content und laut Amazons Vine-Seite auch Amazon Vine.
Vorteile der Amazon Brand Registry
Markenschutz
Einen Verstoß melden: mutmaßliche Verletzungen geistigen Eigentums, Verstöße gegen Store-Richtlinien und Compliance-Bedenken an einer Stelle melden.
Automatische Schutzmaßnahmen: Laut Amazons deutscher Seite erhalten Markeninhaber nach der Registrierung Zugang zu automatisierten Schutzmechanismen gegen Produktpiraterie. Laut Amazons US-Seite überwachen vorausschauende Schutzmaßnahmen Fälschungen und Rechtsverletzungen und entfernen verdächtige Angebote, bevor ein Kauf zustande kommt.
Project Zero: gefälschte Angebote kostenlos selbst entfernen, verfügbar in Deutschland, den USA und weiteren Ländern. Voraussetzungen sind unter anderem eine eingetragene Marke, eine Annahmequote von mindestens 90 % für Meldungen in den letzten sechs Monaten und eine laufende Genauigkeit von mindestens 99 %.
Transparency: Produktcodes, mit denen Einheiten als echt bestätigt werden. Für Transparency fallen keine Anmelde- oder Abokosten an. Du bezahlst die Codes, die du bestellst.
Listings, Rezensionen und Angebote
A+ Content: Bilder und Textmodule auf der Produktdetailseite. Laut internen Daten von Amazon kann einfacher A+ Content den Umsatz um bis zu 8 % steigern und Premium A+ Content um bis zu 20 %. Unser Ratgeber zu Amazon A+ Content erklärt die Module.
Amazon Vine: erste Rezensionen von eingeladenen Testern für neue Produkte. Kosten und Anmeldung erklärt unser Ratgeber zu Amazon Vine.
Ihre Experimente verwalten: A/B-Tests, die zwei Versionen von Titel, Bild, Beschreibung oder anderen Inhalten vergleichen.
Spar-Abo, auf die Marke zugeschnittene Werbeaktionen und virtuelle Produkt-Bundles: Angebote für Wiederkäufe, gezielte Rabatte und Produktbündel. Die Verfügbarkeit hängt vom Store ab.
Werbung und Brand Stores
Sponsored Brands: Laut Amazon Ads stehen Sponsored Brands unter anderem Verkäufern offen, die im Tarif „Professionell“ verkaufen und in der Brand Registry registriert sind.
Sponsored Display: Cost-per-Click-Anzeigen, die laut Amazon durch maschinelles Lernen für die Ausspielung auf Amazon und darüber hinaus optimiert werden.
Brand Store: ein Store für deine Marke auf Amazon, kostenlos zu erstellen und zu pflegen. Laut internen Daten von Amazon aus dem August 2024 kaufen Store-Besucher 53,9 % häufiger und haben einen um 71,3 % höheren durchschnittlichen Bestellwert.
Daten und Attribution
Brand Analytics: Such-, Katalog- und Kaufdaten wie das Dashboard Suchanfragenleistung. Unser Ratgeber zu Amazon Brand Analytics erklärt die Berichte.
Amazon Attribution: misst, wie Traffic von außerhalb Amazons zu Verkäufen führt. Die Einrichtung zeigt unser Ratgeber zu Amazon Attribution.
Markenstatistiken (Brand Metrics): zeigen, wie gut deine Markenwerbung neue und bestehende Kunden erreicht.
Anreize für neue Marken
Die Anreize für neue Verkäufer erhältst du laut Amazon nur im Tarif „Professionell“. Laut Amazons deutscher Seite bekommst du 10 % Rückzahlung auf die ersten 45.000 € Markenumsatz und danach im ersten Jahr 5 % bis 900.000 €, wenn du die Marke innerhalb von 6 Monaten nach dem ersten berechtigten Listing in der Brand Registry anmeldest und als erster Markeninhaber erkannt wirst. Die Vine-Gutschrift von 180 € setzt zusätzlich voraus, dass du innerhalb von 90 Tagen ein Produkt bei Vine anmeldest. Ungenutzt verfällt die Gutschrift laut Amazons deutscher Seite ein Jahr nach dem Berechtigungsnachweis. In den USA nennt Amazon 10 % auf die ersten 50.000 US-Dollar und eine Vine-Gutschrift von 200 US-Dollar, die dort 90 Tage nach der Anmeldung in der Brand Registry verfällt.
So hilft sellerfox nach der Anmeldung
Mit der Brand Registry werden deine Daten wertvoller. So nutzt du die Daten mit sellerfox:
Search Query Performance: Hast du die Rolle Markenvertreter, lädt der Search Term Analyzer von sellerfox den Search Query Performance Report für deine Produkte und zeigt den Funnel je Suchanfrage über Wochen und Monate hinweg.
Listing-Änderungen: Listing-Event-Tracking erfasst erkannte Änderungen an deinem Listing, etwa einen neuen Titel, eine geänderte Marke, neue Bilder oder Bullet Points, sowie Buy-Box-Änderungen.
Bewertungen: Nach Amazon Vine erfasst die Bewertungsverfolgung von sellerfox täglich die Durchschnittsbewertung und die Bewertungsanzahl deiner verfolgten Produkte.
Häufige Fragen zur Amazon Brand Registry
Was kostet die Amazon Brand Registry?
Die Anmeldung ist kostenlos. Kosten fallen für die Marke selbst an: Beim DPMA kostet die elektronische Anmeldung für bis zu drei Klassen 290 €. Gegebenenfalls kommen Kanzleikosten hinzu, die über IP Accelerator gedeckelt sind. Außerdem zahlst du für einzelne Programme wie Transparency-Codes.
Kann ich mich mit einer angemeldeten, noch nicht eingetragenen Marke registrieren?
Laut Amazon in einigen Fällen ja. Welche Anforderungen in welchem Land gelten, siehst du erst nach dem Login in der Brand Registry. Meldest du die Marke über Amazon IP Accelerator an, kannst du dich registrieren, sobald der Antrag eingereicht ist.
Brauche ich ein Verkaufskonto für die Brand Registry?
Nein. Ohne Verkaufskonto nutzt du Werkzeuge wie „Einen Verstoß melden“, aber keine Vorteile wie A+ Content, Brand Stores oder Brand Analytics.
Kann eine Agentur meine Marke registrieren?
Amazon verlangt, dass der Inhaber der Marke die Anmeldung einreicht. Danach kann der Inhaber eine Agentur als Benutzer mit einer Schutzrolle und die Verkäufer der Marke mit einer Verkaufsrolle hinzufügen.
Wie lange dauert die Anmeldung bei der Brand Registry?
Eine Gesamtdauer veröffentlicht Amazon nicht. Laut Amazons deutschem Leitfaden erhält die Kontaktperson aus deinem Markeneintrag einen Verifizierungscode, den du innerhalb von 10 Tagen übermitteln musst. Laut Amazons US-Quellen muss die Kontaktperson den Antrag innerhalb von 7 Tagen über einen Link bestätigen. Manche Anträge brauchen eine zusätzliche Verifizierung.
Was tun, wenn die Marke schon registriert ist oder der Administrator fehlt?
Hast du über eine andere registrierte Marke Zugang zur Brand Registry, wendest du dich mit dem Thema „Inhaber der Markenrechte aktualisieren“ an den Support der Brand Registry. Sonst stellst du einen Antrag mit derselben Markennummer. Eine Warnung führt dann zum Formular „Kontaktdaten weiterleiten“ und für berechtigte Benutzer zum Widerspruch. Ist der Widerspruch erfolgreich, bekommst du die Rollen Administrator und Rechteinhaber.
Fazit: Die Brand Registry ist die Grundlage für Markeninhaber auf Amazon
Die Amazon Brand Registry kostet nichts und schaltet die meisten Werkzeuge frei, die für Markeninhaber auf Amazon zählen: Schutz vor Fälschungen und Missbrauch von Listings, A+ Content, Brand Stores, Sponsored Brands, Amazon Vine und Brand Analytics. Die wichtigste Voraussetzung ist eine Marke auf deinen Namen, und der Markenname muss dauerhaft auf Produkt oder Verpackung angebracht sein.
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Quellen: Amazon: Markenregistrierung · Amazon: Anwendungsleitfaden Brand Registry (PDF) · Amazon: Brand Registry requirements (USA, englisch) · Amazon: Brand Registry roles (USA, englisch) · Amazon: IP Accelerator · Amazon: Project Zero · Amazon: Transparency · Amazon Ads: Sponsored Brands · Amazon Ads: Stores · Amazon: Anreize für neue Verkäufer · Amazon: Brand Registry (USA, englisch)
