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Amazon Attributionszeiträume: Was du unbedingt wissen musst
Markus Pfister
Markus Pfister
CEO & Co-Founder
Allgemein
June 29, 2023 •7 min

Amazon Attributionszeiträume: Was du unbedingt wissen musst

Das Thema Amazon Attributionszeiträume ist für jeden wichtig, der PPC-Werbung auf Amazon betreibt. Erfahre in unserem Artikel alles, was du dazu wissen und beachten musst.

Wenn du schon eine Weile PPC-Werbung auf Amazon betreibst, ist dir vielleicht Folgendes aufgefallen: Du prüfst in der Werbekonsole den ACOS von vor drei Tagen. Am nächsten Tag hat sich der ACOS für denselben Tag geändert und ein Kauf ist dazugekommen. Wie kann das sein?

Zwischen einem Anzeigenklick und einem Kauf kann Zeit vergehen. Dieser Conversion Delay sorgt dafür, dass Amazon spätere Käufe einer früheren Anzeigeninteraktion zuordnet. Die Übermittlung der Berichte kann zusätzlich Zeit benötigen.

Bewerte die Wirtschaftlichkeit einer Kampagne deshalb nicht allein anhand noch unvollständiger Conversion-Daten. Ein heute hoher ACOS kann nach weiteren zugeordneten Käufen niedriger ausfallen.

Das Attributionsfenster begrenzt, wie lange ein späterer Kauf noch einer früheren Anzeigeninteraktion zugeordnet werden kann. Ein Kauf heute kann beispielsweise zu einem Klick vor drei Tagen gehören.

Das Attributionsmodell von Amazon

Für Sponsored Products von Sellern verwendet Amazon ein Last-Click-Modell. Bei anderen Kampagnen können je nach Anzeigenformat und Abrechnung auch qualifizierte Sichtkontakte berücksichtigt werden. Die aktuellen Attributionsregeln von Amazon Ads unterscheiden diese Fälle.

Im folgenden Klick-Beispiel wird der Kauf dem letzten passenden Anzeigenklick zugeordnet und am Datum dieses Klicks im Kampagnenbericht ausgewiesen.

Ein Kunde kann ein Produkt zunächst in den Warenkorb legen und später bestellen. Das folgende Beispiel zeigt, warum Kaufdatum und Berichtsdatum auseinanderliegen können.

Ein Kunde kann also heute auf eine Anzeige klicken und erst einige Tage später kaufen. Prüfe bei einem Tagesvergleich, ob solche späteren Käufe bereits im Bericht enthalten sein können.

Beispiel:

Ein Kunde klickt am Montag auf eine PPC Anzeige und legt das Produkt in den Warenkorb, wo es erstmal bleibt. Am Freitag schließt der Kunde den Kauf ab. Der Kauf findet also am Freitag statt, wird aber der PPC Kampagne für Montag zugeordnet. 

Für dieses Sponsored-Products-Beispiel gilt: Bei mehreren passenden Anzeigenklicks erhält der letzte Klick die Zuordnung. Übertrage diese vereinfachte Erklärung nicht unverändert auf Kampagnen mit View-Attribution.

Neben der Zeit bis zum Kauf ist entscheidend, wie lange ein Kauf überhaupt zugeordnet werden kann. Das legt das Attributionsfenster fest.

Was sind die Amazon Attributionszeiträume?

Grundsätzlich beschreibt der Attributionszeitraum die Zeitspanne, wie lange ein Kauf nach dem Klick einer Kampagne zugeordnet werden kann.

Beispiel:

Attributionszeitraum von 7 Tagen bedeutet: Wenn der Kunde heute klickt und irgendwann innerhalb der nächsten 7 Tage kauft, wird der Kauf dem Klick von heute zugewiesen. Findet der Kauf am 10. Tag statt, wird er nicht mehr zugeordnet.

Bei einem Attributionszeitraum von 30 Tagen würde der Kauf vom 10. Tag hingegen zugeordnet werden.

Ein längeres Auswertungsfenster kann weitere spätere Käufe einschließen. Vergleiche deshalb nur Kennzahlen mit derselben Definition oder benenne den Unterschied ausdrücklich.

Für klickbasierte Standardkennzahlen gelten bei diesen Anzeigenformaten folgende Fenster:

  • Sponsored Products für Seller: 7 Tage

  • Sponsored Products für Vendoren: 14 Tage

  • Sponsored Brands und Display: 14 Tage für klickbasierte Käufe

Für Sponsored Products stellen bestimmte Berichte und Analysetools zusätzliche Auswertungsfenster bereit. In sellerfox kannst du folgende Fenster vergleichen:

  • 1 Tag und 7 Tage

  • 14 Tage und 30 Tage

Bei Sponsored Brands und Display mit Abrechnung nach sichtbaren Impressionen können auch Sichtkontakte zählen. Seit Januar 2026 verwendet Amazon für bestimmte Platzierungen ein angepasstes View-Attributionsmodell. Prüfe daher, ob eine Kennzahl Käufe aus Klicks, Sichtkontakten oder beiden enthält.

In Kampagnenberichten werden zugeordnete Käufe am Datum der Anzeigeninteraktion ausgewiesen. Der tatsächliche Kauf kann später stattfinden; das gilt auch für Sponsored Brands.

Wie du unterschiedliche Attributionsfenster für deine Analyse verwenden kannst

Vergleichbare, abgeschlossene Auswertungsfenster für Sponsored Products zeigen dir, wie viele der zugeordneten Käufe früh oder später nach einem Klick stattfinden.

Wenn die zugeordneten Käufe für 1D, 7D, 14D und 30D annähernd gleich sind, liegen fast alle erfassten Käufe bereits im kürzesten Fenster. Das beschreibt die zugeordneten Käufe, nicht das Kaufverhalten aller Kunden.

Wenn du allerdings siehst, dass für 7D mehr Käufe als für 1D zugewiesen sind, dann zeigt es, dass viele Kunden zwischen dem 2. und 7. Tag nach dem Klick kaufen.

Das ist vor allem für Produkte wichtig, wo der Kunde eben nicht direkt kauft, sondern länger für seine Kaufentscheidung benötigt.

Gibt es Unterschiede zwischen Sellern und Vendoren?

Ja. Bei Sponsored Products beträgt das Standardfenster für Seller 7 Tage und für Vendoren 14 Tage. Prüfe deshalb auch den Werbetyp und die Art des Werbekontos, bevor du Berichte vergleichst.

Ein abgeschlossenes Fenster allein garantiert noch keinen vollständig bereitgestellten Bericht. Zusätzliche Verzögerungen und spätere Korrekturen können die ausgewiesenen Werte verändern.

Was du bei der Optimierung beachten musst

Du kennst nun den Unterschied zwischen Attributionsfenster und Zeit bis zum Kauf. Für die Auswertung ist entscheidend, welche späteren Käufe im ausgewählten Bericht noch fehlen könnten.

Wenn du die letzten sieben Tage in der Werbekonsole auswählst, können spätere zugeordnete Käufe noch fehlen. Behandle solche Conversion-Werte als vorläufig.

Für abgeschlossene Vergleiche wähle ein Enddatum, dessen Attributionsfenster bereits abgelaufen ist, und berücksichtige die Bereitstellungszeit der Berichte. Ein längerer Zeitraum, etwa die letzten 30 Tage, enthält weiterhin aktuelle unvollständige Tage.

Stütze Gebotsänderungen nicht allein auf vorläufige Conversion-Werte. Budgetgrenzen oder auffällige Ausgaben können trotzdem eine zeitnahe Prüfung erfordern.

Welches Attributionsfenster soll ich nutzen?

Ein kürzeres Fenster liefert früher auswertbare Daten, lässt aber spätere Käufe weg. Vergleiche zunächst abgeschlossene Fenster und entscheide, wie relevant die zusätzlichen Käufe für deine Bewertung sind. Die folgenden Zahlen sind illustrative Beispiele, keine feste Optimierungsregel.

Beispiel 1:

Umsatz nach Attributionszeiträumen:

  • 1D … 1.000€

  • 7D … 1.100€

  • 14D … 1.150€

  • 30D … 1.200€

Im Beispiel liegen rund 83 % des 30D-Umsatzes bereits im 1D-Fenster: 1.000 € / 1.200 €. Das kürzere Fenster zeigt den Großteil des Umsatzes früher, lässt aber rund 17 % weg. Ein ACOS auf dieser Grundlage ist deshalb nicht direkt mit dem 30D-ACOS vergleichbar.

Beispiel 2: 

Umsatz nach Attributionszeiträumen:

  • 1D … 300€

  • 7D … 1.900€

  • 14D … 2.000€

  • 30D … 2.000€

Hier liegen 15 % des 30D-Umsatzes im 1D-Fenster und 95 % im 7D-Fenster. Die Differenz zeigt, warum eine Bewertung allein nach einem Tag einen großen Teil der späteren Käufe übersehen würde.

Schnellere PPC Optimierung durch Attributionszeitraum Analyse

Kürzere Fenster können eine frühere vorläufige Bewertung ermöglichen. Die Auswahl eines Auswertungsfensters verändert aber nicht die Attributionsregeln von Amazon.

Auch bei einem 1D-Fenster musst du warten, bis das Fenster geschlossen ist und die Daten bereitstehen. Prüfe zusätzlich, wie stark spätere Käufe die Einschätzung gewöhnlich verändern.

Aus vergangenen abgeschlossenen Zeiträumen lässt sich eine Schätzung für noch ausstehende Umsätze ableiten. Das Ergebnis ist eine Prognose, kein bereits feststehender ACOS.

Beispiel:

Angenommen, im beobachteten Zeitraum liegen 800 € Umsatz im 1D-Fenster. In vergleichbaren abgeschlossenen Zeiträumen entsprach dieser Anteil 80 % des späteren Gesamtwerts.

Die Hochrechnung lautet dann: 800 € / 0,8 = 1.000 €. Du erhöhst den beobachteten Umsatz also um 25 %, um die fehlenden 20 % des geschätzten Gesamtumsatzes zu ergänzen.

Bei 200 € Werbekosten wäre der beobachtete ACOS 25 % und der prognostizierte ACOS 20 %. Die Prognose stimmt nur, wenn das angenommene Kaufverhalten für den neuen Zeitraum zutrifft.

Dieser Ansatz ist schon eine Art “predictive bidding” Strategie und erfordert viel Know-how. Es ist natürlich auch immer mit dem Risiko verbunden, dass der angenommene Umsatz letztlich nicht stimmt und daher die Gebote falsch optimiert werden. Aber wir wollen dir mit diesem Beispiel einfach zeigen, was alles möglich ist.

Für Sponsored Products kannst du in sellerfox Kennzahlen mit 1, 7, 14 und 30 Tagen vergleichen. Für einen aussagekräftigen Vergleich brauchst du abgeschlossene Zeiträume mit verfügbaren Daten.

Fazit

Du hast heute die Amazon Attributionszeiträume kennen gelernt und ihre Wichtigkeit für die Optimierung deiner Kampagnen. Beachtest du sie nicht, triffst du deine Entscheidungen auf einer falschen Grundlage. Ein Fehler, der dich wichtige Umsätze kosten kann.

In sellerfox kannst du Werbe- und Produktkennzahlen gemeinsam auswerten und Veränderungen untersuchen. Teste sellerfox 30 Tage kostenlos und prüfe die Auswertungen mit deinen eigenen Daten.